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Gastbeitrag – Portaldesign: Das Auge isst mit

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Michael Greth [SharePoint MVP]

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14.-17.11.2016 ESPC 2016 Wien 

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In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich in meinem Blog Beiträge von Gastautoren. Heute geht es um das Thema Portal-Design. Autorin ist Katharina Biedermann, SharePoint-Spezialistin und erfahrene Web-Designerin. Als Microsoft Certified Technology Specialist unterstützt sie das SharePoint-Team der SD&C Solutions Development & Consulting GmbH


Wo soll es hingehen

Das Ziel eines gelungenen Designs ist es, die Themen "ansprechend" zu gestalten, die zweckgemäße Nutzung zu ermöglichen, den Arbeitsablauf zu unterstützen und eine Identifikation der Nutzer mit der täglichen Arbeit zu fördern.
Dies setzt den bewussten Einsatz von Form, Farbe, Typografie und Bildern etc., um dem Projekt seine Gestalt zu geben, voraus. Die Zielsetzung, die technischen Gegebenheiten und die Zielgruppe sollten dabei nicht aus den Augen verloren werden.

Zu Beginn jedes Designs steht die Funktion: Was? Von wem? Für wen? Wozu? Das optimale Design unterstützt und verbindet diese Parameter zu einer Einheit mit maximalem Mehrwert für den Nutzer.

Wenn schon ein Designkonzept vorliegt, kann bei diversen Aufgabenstellungen darauf aufgebaut, weiterentwickelt und/oder optimiert werden.

Gibt es noch kein festgelegtes Konzept sollten auf Grundlage der Vorgaben Designentwürfe für das Portal erstellt werde. Eine finale Verabschiedung findet im Idealfall in ständiger Abstimmung mit dem Kunden statt.

Bei der professionellen Planung finden Richtlinien nach ISO 9241Anwendung. Diese Norm ist ein internationaler Standard und beschreibt Richtlinien in der Interaktion zwischen Mensch und Computer. Sie besteht aus mehreren Teilen, wobei folgende besonders im Bereich Design hervorzuheben sind:

  • Anforderungen an visuelle Anzeigen
  • Anforderungen an Farbdarstellungen
  • Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit
  • Grundsätze der Dialoggestaltung
  • Rahmen für die taktile und haptische Interaktion

Der Designprozess zeichnet sich durch eine von Beginn an stark nutzerorientierte Gestaltung (User-Centered-Design) aus. Das Ziel dabei ist, den Nutzer eines Produktes mit seinen Aufgaben, Zielen und Eigenschaften in den Mittelpunkt des Entwicklungsprozesses zu stellen. Der Prozess durchläuft mehrere Phasen. In den meisten Prozessmodellen sind dies die folgenden vier:

  • Analyse des Nutzungskontextes
  • Definition der Anforderungen
  • Konzeption und Entwurf/Prototyping
  • Evaluation

Über unterschiedliche Methoden (zum Beispiel Interviews mit Nutzern zur Anforderungsermittlung oder Kontextanalysen) ist es so möglich den Weg zum idealen Design zu finden.

What’s in it for me? Diese Frage stellt sich bei der Definition des Designs vor allem deshalb, weil sie idealerweise den Prozess der nutzerorientierten Gestaltung und den visuellen Anspruch der Zielgruppe vereint. Die Erfahrung die die Verwendung eines Produktes begleitet ist nicht nur wichtig, sie kann wichtiger sein als das Produkt selbst.

Alle sich daraus ergebenden Bausteine werden in einem Designkonzept und Styleguide (Gestaltungsrichtlinie) zusammengefasst.

Wie weit kann es gehen

Spezialisierte Webdesigner und Entwickler sind in der Lage komplexe Designkonzepte völlig abweichend vom SharePoint-Standard umzusetzen. Dabei entstehen weitreichenden Möglichkeiten bei der Anpassung von SharePoint-Umgebungen. Zum Beispiel entsteht ein Navigationskonzept immer in Abhängigkeit zu den Kundenanforderungen. Die SharePoint Standard-Navigation ist für spezifische technische und visuelle Anforderungen nicht immer die ideale Grundlage. Sofern die Kundenvorgaben dies zulassen, können Navigations-Komponenten von Drittanbietern zum Einsatz kommen. Diese schaffen höchstmögliche Flexibilität bei der Visualisierung und Anbindung interner und externer Datenquellen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit den Anforderungen entsprechende Navigationsansichten zu generieren und den Kundenwünschen anzupassen.

Sofern die Anforderungen den Einsatz von Social-Media-Tools vorsehen, kann eine Reihe von Elementen zum Einsatz kommen. Es wird immer wichtiger Mitarbeiter auf geschäftlicher Basis miteinander zu vernetzen. So fördern diese Tools nicht nur die innerbetriebliche Kommunikation, sondern können darüber hinaus Kommunikationsprozesse optimieren. Elemente die SharePoint anbietet können sein:

  • Verwaltete Metadaten (Taxonomie)
  • Tagging (Stichwortvergabe)
  • Notizen (Anmerkungen)
  • Rating (Bewertung)
  • MySite (persönliches Dashboard)
  • Blog
  • Wiki

Jedes einzelne dieser Tools bietet zwar seine ganz eigenen Vorteile, jedoch entfaltet sich nur in Verbindung dieser das wirklich volle Nutzenpotenzial. Beiträge oder Artikel in Blogs und Wikis sind demnach viel leichter aufzufinden wenn sie verschlagwortet sind. Eine Unternehmensrichtlinie sollte in Hinblick auf Social-Media-Tools immer existieren. So kann das Thema im besten Fall zur Steigerung der Produktivität führen.

Wie packt man es an

Die Visualisierung eines Portals wird idealerweise in ein Gestaltungsraster integriert. Gestaltungsraster gewähren eine gestalterische Ordnung und fördern das Erfassen von Inhalten.

Das Design wird auf der technischen Grundlage einer SharePoint-Masterseite umgesetzt. Die Masterseite beschreibt den allgemeinen Aufbau der Web Content Management-Seite und referenziert die jeweiligen Cascading Style Sheets (CSS) und Grafiken.

Inhaltliche Bestandteile gestalten sich durch sogenannte Seitenvorlagen (Pagelayouts), welche auf den Kontext optimiert sind und in beliebiger Anzahl vorhanden sein können. Seitenvorlagen bilden die Basis für die Darstellung und das Erfassen von Inhalten.

Im Rahmen der Anforderungsdefinition werden möglicherweise weitere Nutzungsaspekte definiert. Diese können neben Applikationen auch inhaltliche Bestandteile wie News oder reine Texte sein, die innerhalb des Portals dargestellt werden sollen.

Ist das der Fall kommt der Rich-Text-Editor (RTE) innerhalb der Vorlagen zum Einsatz. Ein HTML-Editor der die direkte Anpassung von Inhalten auf einer Seite durch die Redakteure ermöglicht. Technische Anpassungen für die gestalterische Erweiterung oder Einschränkung der Funktionen innerhalb des RTE ergeben sich aus den jeweiligen Kundenvorgaben.

Bei der Verwendung inhaltlicher Komponenten gilt der Grundsatz „What you see is what you get“ (WYSIWYG). Ziel muss es sein redaktionellen Anpassungen möglichst identisch zur späteren Darstellung für den Nutzer anzuzeigen. Das Prinzip führt vor allem zu einer schnellen Bearbeitungszeit für den Redakteur. Darüber hinaus werden Informationen zügig bereitgestellt.

Neben der Web Content Management-Sicht (Standard Masterseite) enthält ein SharePoint-Portal eine sogenannte Systemsicht (System Masterseite). In diesem Bereich werden Standard-Listenansichten, Editierungsformulare oder administrative Anwendungsoberflächen bereitgestellt. Die Systemsicht kann ebenfalls an das gewünschte Layout angepasst werden. Die Anpassungen sollten hier nicht zu detailliert sein, da sonst möglicherweise die korrekte Funktionsweise beeinträchtigt wird.

Um eine einheitliche und systemübergreifende Darstellung zu gewährleisten, wird die Umgebung auf für mit dem Kunden abgestimmte Auflösungen und Ausrichtungen optimiert. Die identische Darstellung der Webseite in unterschiedlichen Webbrowsern erfordert eine zeitintensive Anpassung, welche heute bereits durch nützliche Technologien und Standardisierungen wie HTML5 und Java Script deutlich vereinfacht wird. In diesem Rahmen kann es sinnvoll sein ein HTML5 Masterlayout zu entwickelt. Die Anforderungen für ein solches Layout bildet der Wunsch nach einer angepassten Darstellung, auf unterschiedlichen mobilen Endgeräten, auf gleicher Datenbasis.

Wichtig: Das Design sollte in Hinblick auf zukünftige Versionsanpassungen entwickelt und hinsichtlich der Performance optimiert werden.

Für jeden von uns

Die Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik, im Rahmen des Behindertengleichstellungsgesetzes, kann Anwendung in der Konzeption und Realisierung des Portals finden, sofern dies gewünscht ist. Die Verordnung ermöglicht oder erleichtert behinderten Menschen - im Sinne des BGG - die Nutzung von Informationstechnik. Hierdurch entsteht keine Beeinträchtigung nicht behinderter Menschen. Grundsätzlich ist die Bestimmung nur für öffentlich zugängliche Webauftritte verpflichtend.


Bereitgestellt 11 Sep 2012 12:10 von Michael Greth

Kommentare

Michael Greth [SharePoint MVP] geschrieben SharePoint Kaffeetasse 276
on 12 Sep 2012 9:59

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